Die Kutsche nach New Work

Die Kutsche nach New Work

Führung im New Work-Umfeld 

Neulich habe ich einen alten Freund getroffen, der mir erzählte, dass in seinem Unternehmen jetzt Agiles Management ausgerollt wird. Eigentlich sei es Agiles Arbeiten. Aber das gehöre ja zusammen. Das wäre der achte Versuch. Und bei den letzten Versuchen ging alles schief, weil da die Scrum Master versagt hätten. War das der einzige Grund für die Fehlversuche? 

Auf dem Weg nach Hause gingen mir viele Gedanken durch den Kopf. Wie oft erlebe ich das Ende eines Meetings, aus dem als erstes die Führungskraft sehr verstört herauskommt. Auf die Frage nach dem Grund der Verstörung werden immer wieder Chaos im Meeting und Organisationslosigkeit genannt. Fragt man dann Teilnehmer des Meetings, grinsen sie und sagen:

„Wir arbeiten halt agil.“

Bedeutet dieses Agile Arbeiten, was einen großen Bestandteil des New Work aus macht, dass man tun und lassen kann, was man will? Schaffen wir die Führung also komplett ab? Anarchie als Wirtschaftsmotor? Netter Versuch! Im Grunde genommen ist die Führungskraft wesentlich wichtiger als früher. 

Neue Führung ist Coaching

Ich fahre in der S-Bahn am Industriegebiet vorbei und stelle mir die Anfänge vor. Fließbänder und haufenweise Menschen daran, die „geführt“ werden. So kamen die klassischen Führungsstile und die Mitarbeiter wurden eine „führbare Herde“. Und bis zum Ende des letzten Jahrhunderts hat sich sogar so etwas wie „artgerechte“ Führung entwickelt. 

Märkte, Unternehmen und jeder einzelne Mitarbeiter verändern sich heute immer schneller und die klassischen Modelle der Führung genügen bei weitem nicht mehr. 

Meine S-Bahn trägt mich weiter zu meinem Ziel, in die Stadt. In dieser lebt jeder sein eigenes Leben. Selbstbestimmt, angepasst an die Verhaltensregeln der Stadt und dennoch mit eigner Verwirklichung hin zum gemeinsamen Ziel – ein angenehmes Leben unter vielen, ohne Stress und Streit. Was den meisten fehlt ist jemand, der sie zu diesem Ziel hinbegleitet, wenn sie dauerhaft erfolgreich sein wollen. Ein Coach!  

Dabei fällt mir auf, dass ich in einem Coach sitze. Naja, im weiteren Sinne des Wortursprungs. Coach ist der Wagen und der Bus. Der Ursprung ist die Kutsche. Keine Sorge, Führungskräfte müssen niemanden zum Kaffeeautomaten tragen. Der Coach heute begleitet jede Person im New Work Umfeld und entwickelt ihn zu seinem Ziel hin. Die Vorstellung vom zotteligen, Weihrauch schniefendem, Rentierpulli tragenden Müsliman in Tempelflitzersandalen und Stirnband statt Anzug fällt dabei allerdings aus, denn die Unternehmenskultur wird beibehalten. Und wenn dort Weihrauch unangemessen ist, dann ist das ebenso. 

Ohne Agiles Mindset wird die Führung zum einarmigen Karussellbremser

Die Führungskraft hat im New Work den Werkzeugkoffer um Coaching-Methoden erweitert. Situationsabhängig entscheidet er sich für eine klassische Methode, oder für seine Rolle als Coach. Es wird auch immer wieder Jobs und Situationen geben, in denen Agiles Arbeiten katastrophale Folgen hätte. Als Piloten im Cockpit, wenn zwei von zwei Triebwerken gerade abrauchen. „Lass uns nach unseren Erfahrungen, Stärken und Jobrollen mal brainstormen, was jetzt zielführende Maßnahmen sein könnten. Wenn das so ok für Dich wäre, ok“ – „Ok!“

Und die Erfinder des Agilen Manifestes erkennen klassische Führungsmethoden als notwendig und gleichberechtigt an, auch wenn sie in ihrem Umfeld das Agile bevorzugen. Sagen wir es so: Wer als Kutsche mit Spurhalteassistent, Tempomat und Navi im New Work unterwegs ist, wird sein Team zu Höchstleistung bringen können. Und das kann man lernen. Auch das Unternehmen mit den vielen Versuchen. 

Eine Kleinigkeit ist allerdings unerlässlich. Das Agile Mindset! Und das vom Dach bis in den Keller des Unternehmens. Ohne diese Kleinigkeit wird die Führungskraft zum einarmiger Karussellbremser in einem immer schneller werdenden Getriebe. 

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